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Wie organisiert man Kompensation? Ökokonten und Flächenpools. Empfehlung

Inhalt

6.Vor- und Nachteile von Flächenpools und Ökokonten

6.1 Vorteile

6.1.1  Vorteile für Gemeinden

Städten und Gemeinden werden weitreichende Möglichkeiten für ein vorausschauendes, umweltbewusstes Flächenmanagement eröffnet.25

Dazu gehören26:

  • eine frühzeitige Verfügbarkeit von Ausgleichs- und Ersatzflächen
  • mehr Planungsfreiheit
  • durch vorausschauende Planung ist gegebenenfalls ein preisgünstiger Flächenerwerb möglich, was ein sparsames kommunales Management ermöglicht
  • eine längerfristigere Planung bzw. ein beschleunigter Planungsprozess ist möglich, da die Suche nach geeigneten Flächen entfällt
  • bis zur Abbuchung können die Flächen anderweitig genutzt werden
  • die Anwendung der Eingriffsregelung wird erleichtert
  • eine sachgerechte Bodenpolitik trägt dazu bei, Kosten zu senken
  • vorleistungen der Gemeinde sind vollständig refinanzierbar
  • durch die beiden Instrumente wird eine Entlastung der Träger der Bebauungsplanung geschaffen und damit kann es zu einer Verfahrensbeschleunigung kommen
  • eine Verzinsung kann eventuell einen finanziellen Gewinn bringen
  • bei einer strategischen Planung können für die Gemeinde notwendige Maßnahmen, wie zum Beispiel die Ausgestaltung eines Wanderweges durch Heckenpflanzungen über den Kompensationsablauf finanziert werden und somit kommt es zu einer Entlastung des kommunalen Etats

6.1.2  Vorteile für den Naturschutz

Vorteile für den Naturschutz sind folgende27:

  • Beitrag zur Umsetzung der örtlichen Landschaftsplanung
  • durch vorgezogene Maßnahmen werden die Kompensationsziele früher erreicht als bisher und damit gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes verbessert
  • Möglicher Beitrag zu einer vorsorgenden Biotopneuschaffung und einem Biotopverbundsystem. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Rahmen der baurechtlichen Eingriffsregelung die Vollkompensation erreicht wird, nimmt zu.
  • Einzelne Ausgleichsmaßnahmen können in ein Gesamtkonzept eingebunden werden und es besteht so die Möglichkeit einer vorsorgenden Biotopneuschaffung.

6.2 Nachteile

Jedoch können auch eine Reihe von Nachteilen auftreten, wenn es zu keinem strategisch und ökologisch ausgerichtetem Management kommt.

6.2.1 Nachteile für Gemeinden

Nachteile für die Gemeinden können sein28:

  • Es kann zu Problemen mit der Vor- und Refinanzierung kommen: Es fehlt die Sicherheit für den Poolträger, dass die Flächen und Maßnahmen an die jeweiligen Verursacher veräußert werden können bzw. dass dieser diese refinanziert bzw., ob es überhaupt zu passenden Eingriffen kommen wird.
  • Die Voraussetzung für die Durchführung von Flächenpools und Ökokonten ist ein ausreichendes Angebot an Kompensationsflächen. Gemeinden oder besonders Städte haben eventuell nicht genügend freie oder geeignete Flächen. Allerdings sei hier zu erwähnen, dass dieses Problem auch bzw. erst recht besteht, wenn ohne einen Flächenpool kompensiert werden muss.
  • steigende Bodenpreise für potentielle Kompensationsflächen
  • Verlust des finanziellen Zusammenhangs zwischen Eingriff und Kompensation
  • Weiterhin sind die Pflege und der Erhalt von Flächen finanziell je nach Träger nicht sichergestellt. Auch dieses Problem ergibt sich jedoch ohne Flächenpool und Ökokonto.

6.2.2 Nachteile für den Naturschutz

Nachteile für den Naturschutz können sein29:

  • Mit Ersatzmaßnahmen können nur möglichst ähnliche Funktionen und Werte des ursprünglichen Eingriffsortes erreicht werden. Es wird also keine Gleichartigkeit sondern bloß eine Gleichwertigkeit geschaffen.
  • mögliche Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen werden eventuell nicht ausreichend berücksichtigt bzw. Ausgleichsmaßnahmen werden ignoriert.
  • Bei einem nicht durchdachten Management kann es zu einer fehlenden Einbindung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in ein räumliches Konzept kommen. Auch dieses Problem ergibt sich jedoch gerade ohne Flächenpool und Ökokonto.
  • Gefahr, dass das Ökokonto als Finanzierungsmodell für kommunale Aufgaben der Gemeinde fungiert und Belange der Umwelt so in den Hintergrund gedrängt werden

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Kristina Rödel

cand. Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektur

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